Auch in diesem Jahr veranstaltete die DHBW Heilbronn auf dem Bildungscampus die „Retail Innovation Days“, an denen renommierte Experten die neuesten Geschäftsmodelle und -strategien für die Retailbranche präsentierten.

Die Themen in diesem Jahr:

  • Omnichannel Solutions
  • Zukunftsweisende Handelskonzepte
  • Start-Up-Challenge
  • Technologien für den Handel
  • Innovativer Mittelstand

Hierzu konnten die Teilnehmer an beiden Tagen spannende Vorträge bekannter Retail-Unternehmen verfolgen, unter anderem vertreten waren eBay, Mister Spex und Payback. Aber auch Softwarefirmen wie SAS oder die SAP und der deutsche Paket- und Brief-Express-Dienst DHL kamen zu Wort.

Retail Innovation Days 2017

Im Folgenden findet ihr Lauras Eindrücke und könnt euch informieren, was in Zukunft im Bereich eCommerce auf uns zukommen wird:

Auch kleine Unternehmen sollten sich mehr am Online-Handel beteiligen. Eine Website mit Standardangaben wie der Adresse und den Öffnungszeiten reicht heute nicht mehr aus: Die Ware muss ins Netz! Und das am besten über einen eigenen Online-Shop oder den Verkauf über große Marktplätze wie eBay oder Amazon. Diese gewinnen immer mehr Marktanteile, weshalb besonders kleinere Unternehmen deutlich mehr auf die Zusammenarbeit mit solchen Marktplätzen setzen und deren Traffic für sich nutzen sollten. In Europa gibt es über 300 Onlinehandelsplattformen – genügend Auswahl also, um eine passende Lösung für das eigene Unternehmen zu finden.

Nach wie vor werden viel mehr Produkte online verkauft, als am Point of Sale im Ladengeschäft. Tendenz steigend! Dennoch darf der POS nicht fehlen, da sich die beiden Konzepte gegenseitig ergänzen. Ein Beispiel hierfür ist Mister Spex: Bisher verkaufte der größte Online-Optiker Deutschlands seine Produkte nur online. Jetzt hat das Unternehmen seine ersten Offline-Stores eröffnet, unter anderem im Alexa Shoppingcenter in Berlin-Mitte. Das moderne Design der Stores weckt Assoziationen zu Apple und lockt so viele Kunden an, das Unternehmen selbst generiert mehr Umsatz als vorher. Eine Win-Win-Situation also.

Der Vorteil von Onlineshops ist die „Instant Information“ – der Kunde kann sich jederzeit und von jedem Ort der Welt mit Beschreibungen, Bildern, Testberichten und Kundenbewertungen über ein bestimmtes Produkt informieren. Der Vorteil des stationären Handels wiederum ist die „Instant Gratification“, also der sofortige Besitz des Produktes, das Test and Feel vor Ort, sowie der persönliche Ansprechpartner für eventuelle Rückfragen. Eine wichtige Frage für die Zukunft: Wie lassen sich diese beiden Dinge verbinden?

Der heutige Kunde ist im Vergleich zu früher viel besser informiert, weshalb sich auch die klassische Customer Journey ändert: Früher wählte der Kunde zuerst den Anbieter und entschied sich anschließend für den Kauf eines bestimmten Produktes, heute weiß er bereits vor dem Kauf, welches Produkt er haben will und entscheidet sich dann für den Anbieter, der ihm die meisten Informationen liefert.

Durch die immer stärkere Nutzung des Webs gewinnt der eCommerce immer mehr an Bedeutung. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen ihre Produkte aber nicht zwangsläufig online verkaufen. Es ist auch möglich, dass sich Kunden im Web über die Produkte informieren, diese dann reservieren und in einem Store in der Nähe abholen, wenn der Versand zu aufwändig ist.

Worauf Unternehmen im eCommerce weiterhin achten sollten, sind die Anforderungen und Bedürfnisse ihrer Käufer: So bevorzugen viele Onlineshopper z.B. die Möglichkeit zum Mobile Payment, also der Bezahlfunktion über das Smartphone, immerhin hat man dieses – im Gegensatz zu Bargeld und Kreditkarte – immer dabei.

Ein weiteres innovatives Konzept aus dem Bereich Omnichannel stammt vom Drogeriemarkt Rossmann: Über das Web soll man sich als Kunde in Zukunft den Markt in seiner Nähe aufrufen können und bekommt diesen dann virtuell genau so dargestellt, wie er auch in Realität aufgebaut ist, also mit sämtlichen Produkten, Regalen und der gewohnten Reklame. Für Kunden, die diese Darstellung nicht wünschen ist nach wie vor die bisherige Produktübersicht verfügbar, sodass sich jeder seinen Rossmann so anzeigen lassen kann, wie er möchte – entweder als virtuellen Markt oder in der Standard-Shop-Ansicht. In Deutschland ist das Ganze bisher leider noch nicht verfügbar, dafür aber in Polen. Falls ihr euch den virtuellen Store schon einmal anschauen wollt, dann könnt ihr das hier gerne tun.

Lauras Fazit: Omnichannel-Lösungen werden immer wichtiger – auch für kleine Unternehmen!